
In den vergangenen 12 Monaten wurde in Werdau ein neues Verkehrskonzept für den Bereich der Innenstadt entwickelt. An der Erarbeitung beteiligten sich zahlreiche Bürger, Händler und Stadträte. Am 26. Mai wurde das Konzept im Stadtrat verabschiedet. Die nötigen Einzelmaßnahmen, die in den kommenden Jahren umzusetzen sind, werden nun auf der Grundlage dieser konzeptionellen Studie schrittweise individuell mit allen Anliegern beraten, beschlossen und realisiert.
„Von zentraler Bedeutung für uns war eine optimale Erreichbarkeit von Plauensche Straße und August-Bebel-Straße. Das trifft sowohl für Fußgänger und Autofahrer als auch für Radfahrer zu; Zielstellung ist die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt“, betont Petra Jehring, Fachgruppenleiterin Städteplanung der Stadtverwaltung Werdau. Vor allem für letzt genannte gab es bislang in der Innenstadt nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Die an der Erarbeitung beteiligten Werdauer sahen hier aber vor allem aufgrund des demografischen Wandels, Mobilitätsaspekten und der steigenden Kraftstoffpreise sowie im Hinblick auf die Verbesserung der Attraktivität und Sicherheit der Radverkehrsführung zunehmenden Handlungsbedarf. Die wichtigsten Resultate des Verkehrskonzepts sind wie folgt:
Am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße wird es zu einer Veränderung der Verkehrsführung kommen. Die komplette Plauensche Straße wird zur Hauptstraße, frei befahrbar in beide Richtungen. Die Bahnhofstraße und Marienstraße binden dann als untergeordnete Einmündungen an die Plauensche Straße an. Dadurch wird die Übersichtlichkeit des Knotens erhöht. In der Plauenschen Straße entstehen Angebotsstreifen für Fahrradfahrer stadtein- und stadtauswärts. Die Anordnung von Längsparkständen erfolgt entsprechend der Platzverhältnisse. Die Bauarbeiten für diesen ersten Abschnitt – Umbau des Knotenpunktes sowie der Ampel – werden noch in diesem Jahr beginnen.

Der Übergang von der Plauenschen Straße in die August-Bebel-Straße wird umgestaltet, vor allem um ein dauerhaft sicheres Einbiegen von Fahrzeugen in die Plauensche Straße zu gewährleisten. Die August-Bebel-Straße bleibt Einbahnstraße. Entgegen der Einbahnstraße entsteht ein Angebotsstreifen für stadtauswärts fahrende Radfahrer. Parkplätze werden neu geordnet und teils auf Abbruchflächen neu angelegt.
An der Annoncenuhr soll künftig auf eine Ampelregelung verzichtet werden, um den Verkehr flüssiger zu gestalten und gleichzeitig zu entschleunigen. Es entsteht ein Minikreisverkehr mit einer für LKW und Busse überfahrbaren Mittelinsel. Für Fußgänger sollen Zebrastreifen eingerichtet werden. Durch den Wegfall der Abbiegerspur können alternative Stellplätze entstehen. Der Ausbau des Minikreisverkehrs an der Annoncenuhr ist frühestens 2012 geplant. Neben den baulichen Umgestaltungsmaßnahmen werden weitere verkehrsorganisatorische Änderungen im Nebenstraßennetz, wie der Wegfall von Einbahnstraßensystemen, Vereinfachung von Vorfahrtsregelungen und die Reduzierung des „Schilderwaldes“, die zu einer Verbesserung der Erreichbarkeit und Schaffung von zusätzlichen Stellplätzen führen, geprüft.
Der Angebotsstreifen für Fahrradfahrer soll durchgängig bis zur Zwickauer Straße angelegt werden. Größte Herausforderungen sind damit die Parkplätze auf der August-Bebel-Straße. Diese müssen zum Teil neu geordnet werden. Zur Debatte stehen beispielsweise schräg liegende Parkflächen. Auch das Entstehen zusätzlicher Parkplätze auf Freiflächen ist eine der Optionen. Die Markierung des durchgehenden Schutzstreifens für den Radverkehr kann erst nach der Umgestaltung der Knotenpunkte 2012/ 2013 erfolgen. Alle Einzelmaßnahmen werden vor deren Realisierung mit den Anliegern abgestimmt. „Es ist uns sehr wichtig, die Bürger in die Detailplanungen einzubeziehen“, betont Oberbürgermeister Ralf Tittmann, der davon überzeugt ist, dass gemeinsam die optimale Lösung für die Verkehrsinfrastruktur der Innenstadt gefunden werden wird.